Beeindruckt von der italienischen Musik des 17. Jahrhunderts beschließt Jean Tubéry nach dem Studium der Blockflöte an den Konservatorien von Toulouse und Amsterdam, sich dem des am Besten geeigneten Instrumente zu widmen, das es zu neuem Leben zu erwecken gilt: dem Zink.
Er studiert nun bei Bruce Dickey an der „Schola Cantorum“ in Basel und erlangt das Diplom des Konzertmusikers. Er wirkt mit in den Ensembles Clementic Consort, Clément Janequin, Les Arts Florissants, Collegium Vocale de Gand, Concerto Vocale, Hesperion XXI, Huelgas, Cantus Cölln, Elyma, La Petite Bande, Il Giardino Armonico, etc.
1990 gründet er das Ensemble „La Fenice“, mit dem er den 1. Preis der „Internationalen Wettbewerbe für Alte Musik“ von Brügge und Malmö erhält. Er zeichnet Tonaufnahmen auf für die Musiklabels Ricercar, Accent, Erato, Harmonia Mundi, Sony Classical, Virgin, Opus 111, Naïve sowie für zahlreiche nationalen Radio- und Fernsehsender in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan.
Die von Ricercar herausgegebene Sammlung „Das Erbe von Monteverdi“ wurde von der Fachpresse „als bedeutendes Ereignis im Universum des 17. Jahrhunderts“ begrüßt (Répertoire des disques compact).
Zudem unterrichtet Jean Tubéry den Zink und hält Vorlesungen über Interpretation am Conservatoire Supérieur – C.N.R. von Paris und am Königlichen Konservatorium von Brüssel. Er hält Gastvorlesungen für Meisterklassen am nationalen Konservatorium von Lyon und Luxemburg, am Zentrum für europäischen Gesang am Mannes College von New York, an der Sommeruniversität von Connecticut, an der Case Univerity von Cleveland, an der Scuola Cantorum von Basel, an der Universität von Oxford und an der Musikhochschule Trossingen (Baden-Württemberg).
Sein Interesse für das Vokalrepertoire führt ihn zur Chorleitung, die er bei Hans Martin Linde und Pierre Cao studiert. So erhält er den Ruf von Ensembles wie Jacques Moderne (Tours), Arsys (Vézelay), Dunedin Consort (Edinburgh), Norway Solistenkor (Oslo) und dem Chœur de Chambre von Namur, dessen Titularleiter er ist. Das Repertoire reicht von der Renaissance bis zum französischen Barock des Goldenen Jahrhunderts. Die kürzlich publizierten Aufnahmen, gewidmet Giovanni Gabrieli und Marc Antoine Charpentier, hat die Kritik als wegweisend bezeichnet.
In szenischer Musik ist er im Jahre 2001 Gastdirigent bei der Aufführung von „Rappresentatione di Anima et Corpo“ von Cavalieri am Théâtre Royal de la Monnaie zu Brüssel.
Im selben Jahr wird er von der Kulturministerin Catherine Tasca zum Ritter des Ordens der „Arts et Lettres“ ernannt.
Im Jahre 2003 erhält er mit seinem Ensemble La Fenice den Großen Preis der Akademie Charles Cros für die Aufzeichnung der „Messe pour la Toison d’Or“ von Meteo Romero und der „Trionfi Sacri“ von Giovanni Gabrieli.
Anlässlich des 15. Jahrestages der Gründung des Ensembles La Fenice im Jahre 2005 dirigiert und inszeniert Jean Tubéry „L’Orfeo“ von Monteverdi in Frankreich, Belgien und Spanien. An der Spitze dieser Formation und des Barockorchester Les Agrémens nimmt er ein Repertoire in Angriff, das bis zu den Kantaten von Johann Sebastian Bach reicht und schafft damit das Ereignis der Festivals für sakrale Kunst von Lourdes, Paris und Lyon.
Seine jüngsten Aufnahmen, die Marc-Antoîne Charpentier und Giacomo Carissimi gewidmet sind, werden von der internationalen Musikpresse einhellig begrüßt und als Ausdruck musikwissenschaftlicher Strenge im Dienst eines sich ständig erneuernden künstlerische Erfindungsreichtum gewürdigt.
Im November 2006 wird Jean Tubéry der Große Preis Liliane Bettencourt für sein künstlerisches Schaffen an der Spitze des Chœur de Chambre von Namur verliehen.
Am 15. Januar 2007 erhält Jean Tubéry die Auszeichnung „Bürger Namur’s des Jahres 2006“.
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